special dog breed of switzerland
PRO HEALTH DALMATIAN
Einkreuzungen mit leeren Versprechungen
Allergikerfreundliche Hunde unter der Lupe
Immer wieder hört man von sogenannten „allergikergeeigneten“ Hunden oder speziellen Einkreuzungen, die gezielt für Allergiker oder „nur für Liebhaber“ gemacht werden. Solche Aussagen sind aus wissenschaftlicher Sicht jedoch nicht haltbar und können irreführend sein.
Allergien gegen Hunde werden nicht durch das Fell selbst ausgelöst, sondern durch bestimmte Eiweißstoffe (Allergene), die sich im Speichel, in Hautschuppen und im Urin des Hundes befinden. Diese Allergene verteilen sich über das Fell in der Umgebung.
Studien zeigen, dass es keine Hunderasse gibt, die grundsätzlich weniger Allergene produziert. Auch sogenannte „hypoallergene“ Hunde sind daher keine Garantie für eine bessere Verträglichkeit. Vielmehr unterscheiden sich einzelne Hunde individuell selbst innerhalb derselben Rasse.
Während manche Allergiker mit einem bestimmten Hund gut zurechtkommen, können sie auf einen anderen Hund derselben Rasse stark reagieren.
Eine gewisse Gewöhnung ist in Einzelfällen möglich, jedoch nicht vorhersehbar und medizinisch nicht zuverlässig planbar.
Erschwerend kommt hinzu, dass man auf vielen Webseiten Aussagen wie „über viele glückliche Kunden“ oder ähnliche Versprechen findet. Solche Formulierungen sagen jedoch nichts über die tatsächliche Verträglichkeit für Allergiker aus und sollten kritisch hinterfragt werden.
Seit einigen Monaten beobachten wir zudem Zuchten, insbesondere bei Französischen Bulldoggen, bei denen Merkmale wie eine verlängerte Rute oder auch längeres Fell auftreten. Teilweise wirken diese Zuchtformen ungewöhnlich und werfen Fragen hinsichtlich Zuchtziel, Gesundheit und Seriosität auf.
Gerade die Französische Bulldogge hat ursprünglich eine kurze Rute, die ein typisches Merkmal der Rasse ist.
Diese gezielt zu verändern, verändert aus unserer Sicht auch das gesamte Erscheinungsbild und den Charakter der Rasse. Wenn man gesundheitliche Anpassungen vornimmt, sollten diese eher an der Schnauze, am Kiefer oder am Gaumensegel erfolgen, um Atemprobleme zu vermeiden nicht an der Rute. Solche Eingriffe in die Zucht lehnen wir klar ab und betrachten sie als nicht verantwortungsvoll.
Leider handelt es sich bei vielen dieser Zuchtlinien um marketingbetriebene Hundezuchten, bei denen die Optik und der Verkaufserfolg im Vordergrund stehen nicht die Gesundheit oder das Wohlbefinden der Hunde.
Das tut mir persönlich im Herzen sehr weh, weil Tiere auf diese Weise zu reinen Verkaufsobjekten gemacht werden.
Bei einigen Kreuzungen, zum Beispiel mit Pudel, kann es vorkommen, dass bestimmte Hunde weniger Allergene produzieren und somit für manche Allergiker leichter verträglich sind. Es gibt keine Garantie, dass jeder Allergiker auf diese Hunde nicht reagiert. Eine individuelle Begegnung und ein längerer Kontakt sind daher unverzichtbar.
Bezeichnungen wie „für Allergiker geeignet“, „nur für Liebhaber“ oder gezielte Einkreuzungen mit solchen Versprechen entsprechen nicht dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Ebenso sehen wir bestimmte Zuchtentwicklungen kritisch, wenn sie sich zu weit vom ursprünglichen Rassetyp entfernen.
Eine individuelle Begegnung und ein persönliches Kennenlernen sind daher immer der wichtigste Schritt.
Wir empfehlen Interessenten mit Allergien, sich ausreichend Zeit zu nehmen und den Kontakt mit dem jeweiligen Hund vorab mehrfach zu testen.